– Rückschau 2015

Sommerprogramm 2015

Unsere Funddaten aus den Exkursionen werden von Dipl.-Biologe Norbert Neikes von der Biologischen Station Krickenbecker Seen gesammelt, verglichen, ausgewertet und zusammengestellt.

 

Rheinische Tagung für Geobotanik und Populationsbiologie

Samstag, 28.03.2015, 10.00 Uhr
Institut für Pflanzenbau, Hörsaal V, Katzenburgweg 5, 53115 Bonn

Die Einladung mit Programm kann unter folgendem Link abgerufen werden:

http://www.botanik-bochum.de/html/Rheinlandtag2015.pdf

Naturschutzgebiet „Schlucht“

Samstag, 30.05.2015, 14.00 Uhr

Leitung: Dipl.-Ing. Monika Deventer

Das Gebiet (in Brüggen-Bracht, TK 25 Blatt Elmpt 4702.22) war schon am 30.08.2014 und am 28.05.1995 Exkursionsziel der botanischen Arbeitsgemein­schaft, fast 230 Pflanzenarten wurden dabei erfasst. Nun soll die Kartierung des weitläufigen Geländes fortgesetzt bzw. aktualisiert werden. Denn durch Abgra­bung, Sukzession oder Pflegemaßnahmen unterliegt der Abgrabungs­bereich „Weißer Stein“, dessen abgeschlossene Teilflächen das Zentrum des NSG bilden, einem ständigen Wandel. Nachdem im Sommer 2014 eine seltene Augentrost-Art (Euphrasia diekjobstii) wiedergefunden werden konnte, wollen wir nun mit anderen räumlichen Schwerpunkten nach Vorkommen gebietstypi­scher bzw. ehemals vorhandener seltener Arten an alten oder neuen Stand­orten suchen. Die Daten werden auch in die laufende Florenkartierung NRW ein­fließen.

Treffpunkt:
Wanderparkplatz (Ton-)“Waage“, Brüggen-Heidhausen,
von dort aus mit maximal 5 PKW (Fahrgemeinschaften) ca. 900 m weiter nach Westen

Anfahrt:
Von Norden: A 61, Anschlussstelle Kaldenkirchen Süd (Brüggen/ Bracht), auf die B 221 Richtung Brüggen, nördlich von Bracht links (Richtung Westen) nach Heidhausen abbiegen.
Von Süden: BAB 52, Anschlussstelle Niederkrüchten / Brüggen, auf die B 221 Richtung Brüggen, nördlich von Bracht links (Richtung Westen) nach Heidhausen abbiegen, durch Heidhausen bis in den Wald fahren, wo sich vor einer Wegkreuzung der streifenförmige Wanderparkplatz links neben dem Weg befindet.
Für das Navi: Brüggen, Heidhausen 90 (und weiter geradeaus bis in den Wald, s.o.)

Sandtrockenrasen und Feuchtheide in der Hildener Heide

Samstag, 20.06.2015, 14.00 Uhr

Leitung: Klaus Adolphy

Die Hildener Heide gehört zu den ältesten Naturschutzgebieten in Deutschland und ist über viele Jahrzehnte (Beginn ca. 1880) floristisch sehr gut dokumen­tiert.
Auch wenn schon viele Arten verschollen oder stark rückgängig sind, werden wir noch interessante Arten finden wie z. B. Narthecium, Eriophorum oder Dro­sera-Arten.

Diese Exkursion wird gemeinsam mit dem Bochumer Botanischen Verein ange­boten.

Treffpunkt:

Wanderparkplatz Elberfelderstraße in Hilden zwischen Waldkaserne und Ortseingang Haan

Exkursion zu Knauheide / Gagelvenn bei Elten

Samstag, 27.06.2015, 14.30 Uhr

Leitung: Dipl. Biol. Walter Ahrendt

Das Naturschutzgebiet Knauheide liegt nordwestlich von Emmerich unmittelbar an der Autobahn A3 nahe der niederländischen Grenze. Es wurde 1977 unter Schutz gestellt, um die besonderen floristischen und hydrologischen Verhält­nisse des Gebiets zu erhalten. Es hat heute eine Größe von 30,5 ha.
Das Zentrum der Knauheide bildet eine nasse, kleinräumig gegliederte Kern­zone mit nährstoff-empfindlichen, außerordentlich artenreichen Biotoptypen. Sie beherbergt Pflanzen der basenreichen Flachmoore und der bodensauren Heide­gesellschaften. Besonders hervorzuheben sind: Übersehenes Knabenkraut (Dactylorhiza praetermissa), Saumsegge (Carex hostiana), Quendelblättriges Kreuzblümchen (Polygala serpyllifolia), Kriechweide (Salix repens) und Moor-Löwenzahn (Taraxacum nordstedtii).
Das Umfeld ist von Wiesen und Weiden geprägt, die aufgrund des Bodenreliefs in unterschied-lichen Feuchtigkeitsstufen und Ausprägungen vorliegen und die großenteils extensiv bewirtschaftet werden. Baumreihen und alte Eichen glie­dern das Grünland. Im Norden schließt sich ein zusammenhängendes Wald­gebiet u. a. mit Birken-Eichen- und Erlen-Bruchwald-Beständen an.
Die Artenvielfalt in der Kernzone der Knauheide ist inzwischen durch konse­quente Pflege-maßnahmen stabilisiert worden, nachdem bis Anfang der 90er Jahre eine ganze Reihe seltener Pflanzenarten im Gebiet erloschen ist (u.a. Cir­sium dissectum, Gentiana pneumonanthe, Succisa pratensis, Briza media). Seitdem haben einige gefährdete Pflanzenarten ihre Bestände beträchtlich vergrößert (Dactylorhiza praetermissa, Carex panicea, Danthonia decumbens), andere haben sich auf abgeplaggten Kleinflächen verjüngt (Erica tetralix, Calluna vulgaris, Genista anglica, Nardus stricta) und wieder andere sind neu eingewandert oder neu entdeckt worden (Rhinanthus angustifolius, Juncus squarrosus, Senecio erraticus, Carex pallescens).

Der Vegetationskundler Dipl. Biol. Walter Ahrendt betreut als Mitarbeiter beim Natur­schutz-zentrum Kleve (Biologische Station) das NSG Knauheide seit 20 Jahren.

Treffpunkt:

Asphaltierter Wirtschaftsweg, der das NSG mitten durchquert.
Für das Navi: 46446 Emmerich-Elten, Zum Waldkreuz 199. (Das ist das kleine Gehöft (Wynands) am Südrand des NSG.)

Weiden und andere Gehölze am Rheinufer in Köln

Sonntag, 26.07.2015, 14.00 Uhr

Auf dem Wintertreffen wurde der Wunsch geäußert, eine sachkundige Weiden­exkursion am Rheinufer durchzuführen. Aus Zeitgründen fanden wir keinen eigenen Termin für das laufende Jahr, daher der Hinweis für Interessenten auf diese  Veranstaltung des Bochumer Botanischen Vereins:

Leitung: Dr. Götz H. Loos

In diesem Jahr wollen wir unser Wissen über Weiden und ihre Hybriden mit einer Exkursion ans Kölner Rheinufer vertiefen. Hier finden wir die typischen Arten zusammen mit einer Reihe von Hybriden. Die Blatt-, Knospen- und Wuchsmerkmale werden vorgestellt und es wird gezeigt, wie man von ihnen auf die Elternarten schließen kann. Im Gehölzstreifen wachsen außer Weiden auch noch verschiedene Ahorn-Arten, Pappeln, Platanen, Götterbaum, Maulbeer­baum und Bastard-Indigo. Falls es die Zeit zulässt, sehen wir zudem eine typi­sche artenreiche Stromtal-wiese.

Treffpunkt:
Am Ende des Ivenshofsweges in Köln-Merkenich (Nähe Heizkraftwerk Nord). Rheinufer zwischen Ölhafen und Autobahnbrücke.

Botanische Exkursion zum Erftufer bei Grevenbroich-Wevelinghoven

Gemeinschaftsexkursion mit dem Bochumer Botanischen Verein

Samstag, 29.08.2015, 14.00 Uhr

Leitung: Dr. Regina Thebud-Lassak

Die Erft, ein linker Nebenfluss des Rheins, hat gegenüber allen andern Rhein­nebenflüssen eine deutlich höhere Wassertemperatur, die durch kontinuierliche Einleitung von Sümpfungswasser aus den Braunkohletagebauen zustande kommt. Dies begünstigt das Vorkommen tropischer und subtropischer aquati­scher Neophyten, die seit Jahrzehnten in der Erft beobachtet werden und teils aus Aquarienabfällen stammen dürften.

Treffpunkt:
41516 Grevenbroich-Wevelinghoven, großer Parkplatz am Klosterweg

Anfahrt:
Von Norden: A 57 Richtung Köln bis Autobahndreieck Neuss-West (20) – A 46 Richtung Heinsberg, Aachen – Ausfahrt 14 Grevenbroich-Kapellen – links Richtung Kapellen – links Neusser Straße- in Kapellen links abbiegen auf Talstraße – Ortsausfahrt Kapellen, weiter auf Talstraße – Ortseinfahrt Grevenbroich-Wevelinghoven, weiter auf An der Untermühle – halb rechts auf Am Wehr – halb rechts auf Unterstraße – hinter der Kirche scharf rechts in den Klosterweg – auf der linken Seite (vor Überqueren der Erft) ist der Parkplatz.

Rheinufervegetation bei Himmelgeist Rhein-km 728-729

Samstag, 12.09.2015, 14.00 Uhr

Leitung: Dr. Ludger Rothschuh

Der Rhein hat hier am Gleitufer einen breiten Sandstrand entstehen lassen. Hier lässt sich die für den Rhein typische Vegetation mit verschiedenen Chenopo­dium-, Amarant- und Solanum-Arten sowie noch manch andere Pflanzenart fin­den. Es überwiegen einjährige Arten.

Treffpunkt:
Düsseldorf-Himmelgeist, Parkplatz Kölner Weg / Nikolausstraße

Naturschutzgebiet „Hühnerkamp“

Samstag, 24.10.2015, 14.00 Uhr

Leitung: Dipl.-Ing. Monika Deventer und Dipl.-Ing. Karl Wehr

Der ca. 25 ha große Hühnerkamp im Grenzwald (Ravensheide, Nettetal-Kalden­kirchen, TK 25 Blatt Nettetal 4602.22) ist ein überwiegend waldfreies Gebiet mit trockenen, sandig-kiesigen Böden. Die im 19. Jahrhundert aufgefors­tete Fläche war nach dem 2. Weltkrieg kahl geschlagen und wurde einige Jahr­zehnte lang als Ackerland genutzt. 1996 erwarb der Kreis Viersen das Ge­lände zur Natur­entwicklung, seitdem wird das Offenland durch Moor­schnucken­bewei­dung und ergänzende mechanische Maßnahmen waldfrei ge­hal­ten. Wildschwei­ne und Maulwürfe sorgen für offenen Boden. Seit 1994 wur­den dort 282 Farn- und Blü­ten­pflanzen erfasst, einschließlich einiger zzt. ver­schwun­dener Arten der Äcker, jungen Ackerbrachen oder lückigen Sand­trocken­rasen. Zu den über 50 dort „nebenbei“ festgestellten Pilzarten gehören Früh­jahrs­lorchel (Gyromitra esculenta), Hasen-Stäubling (Calvatia utriformis), Mennigroter Saftling (Hygro­cybe miniata), Pfifferling (Cantharellus cibarius) und Ochsenzunge (Fistulina hepatica). Bei der Exkursion soll auf den mehr oder weniger mageren Extensiv­weiden, aber auch in den randlichen Wäldern (vor­wiegend Wald-Kiefer) vorran­gig nach Pilzen gesucht werden, um die Arten­erfassung effizient fortzusetzen. Soweit sie vor Ort bestimmbar sind, bietet sich für mykologisch weniger routi­nier­te Botaniker die Möglichkeit, dazuzulernen.

Treffpunkt:
Parkplatz Haus Galgenvenn

Anfahrt:
Von Norden/Osten: A 61, Anschlussstelle Kaldenkirchen Süd (Brüggen/ Bracht), auf die B 221, im Kreisverkehr rechts (nach Kaldenkirchen = Kölner Straße), am nächsten Kreisverkehr links (= Gerberstraße, weiter westlich Knorrstraße) – durchfahren bis in den Wald – Haus Galgenvenn (Gastwirtschaft).
Von Süden: BAB 52, Anschlussstelle Niederkrüchten / Brüggen, auf die B 221 Richtung Brüggen, hinter Brüggen recht abbiegen und der B221 weiter folgen bis zum Kreisverkehr nach Kaldenkirchen (s. o. – links abbiegen nach Kaldenkir­chen = Kölner Straße) , weiter wie oben.
Für das Navi: Nettetal, Knorrstraße 77 (Haus Galgenvenn)
Länge des Fußwegs vom Parkplatz bis zum Hühnerkamp: ca. 1 km

Vorankündigung

Herbst/Winter-Treffen

Samstag, 14.11.2015, 14.30 Uhr

„Der schöne Kreis Kempen-Krefeld“ – Zum Landschaftswandel am Niederrhein

Bei dem von Frau Dipl.-Ing. Monika Deventer zur Verfügung gestellten Film handelt es sich um einen alten Lehrfilm aus den 1920er Jahren. Er gibt Einblicke in die Zeit, in der sich zum Beispiel der Botaniker Hans Höppner in seinen Veröffentlichungen über den Verlust von Lebensräumen beklagte und für den Naturschutzstatus der seltenen Relikte einsetzte. Der Film präsentiert den damaligen kulturellen und wirtschaftlichen Zustand in seiner damals selbstverständlichen, heute aber oft verloren gegangenen Umwelt. Von den „Wundern der Natur“ im Rahmsumpf, der Kanalisierung der Niers, der niederrheinischen Viehzucht, dem Wert des Sparens, dem Warenschmuggel an der niederländischen Grenze bis zur Limnologischen Station Haus Bey werden viele Facetten gezeigt, die uns heute schmunzeln lassen oder nachdenklich machen. – Vor diesem Hintergrund sammeln wir Erkenntnisse über die Veränderungen der Naturlebensräume und diskutieren deren Bewertung.

Veranstaltungsort:
Umweltzentrum Hülser Bruch, Talring 45, 47802 Krefeld

Anfahrt:
Unter der Adresse www.umweltzentrum-krefeld.de ist die Anfahrt mit Skizze abrufbar.

 

Samstag, 27.02.2016, 15.00 Uhr

Dr. Patrick Lind (FlächenAgentur Rheinland GmbH)

Beiträge der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft zum Erhalt der Wildpflanzen in der Agrarlandschaft

Das Thema „Schutz der Biodiversität in der Agrarlandschaft“ kam in den letzten Jahren vermehrt in den Fokus der Naturschutzdiskussion. Denn trotz der in den 1980er Jahren begonnenen Maßnahmen des Vertragsnaturschutzes und der Ausweisung von Naturschutzgebieten mit einem auf die Erhaltung schutzbedürf­tiger Zielarten ausgerichteten Flächenmanagement (die für bestimmte Arten erfolgreich waren) konnte der Rückgang vieler wild lebender Tier- und Pflanzen­arten nicht aufgehalten werden. Dies wird auch von interessierten Laien wahr­genommen. Ob Feldvögel, Niederwild oder Insekten – die bekannt gewordenen Verluste in diesen Gruppen stehen im Zusammenhang mit der Vegetation, von und mit der sie leben. Wo eine naturnahe Pflanzendecke intensiv gepflegten Kulturpflanzen Platz machen musste oder durch Nährstoffeintrag bzw. fehlen­den Nährstoffaustrag ihre Qualität veränderte, ist auch die Artenvielfalt der Wild­pflanzen in Gefahr.

Während der Erhalt wild lebender heimischer Arten im Wald und in rechtlich und wirtschaftlich gesicherten Schutzgebieten zur Pflege historischer Landschafts­elemente verhältnismäßig einfach erscheint, ist im Offenland, das überwiegend als Acker oder Grünland intensiv genutzt wird, der Erhalt zahlreicher wild leben­der Arten schwer zu bewältigen. Eine mäßige Zahl von Tier- und Pflanzen­arten findet hier (noch?) gute Lebensbedingungen und ist entsprechend häufig. Vor 50 – 100 Jahren, als die damaligen Naturschützer schon das Verschwinden seltener Arten durch Nutzungsintensivierungen des Menschen beklagten, waren viele weitere Arten noch so häufig, dass man sie nicht zählte. Sie sind heute Zielarten zusätzlicher Schutzmaßnahmen, nicht nur zur erhofften Sicherung einer gewissen ökologischen „Stabilität“, sondern auch zur Erhaltung einer Landschaft, in der sich die menschlichen Bewohner wohl fühlen.

Die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft will gerade in der Agrarlandschaft mit ihren Projekten zur Erreichung solcher Erhaltungs- und Entwicklungsziele bei­tragen.

Neben der Betreuung produktionsintegrierter Kompensationsmaßnahmen (vgl. Vortrag von A. Jagel 2014) unterhält die Stiftung einige Projekte von botanischer Relevanz:

–         Vermehrungskulturen gefährdeter Ackerwildkrautarten
–         Blühstreifenprojekte / „Summendes Rheinland“
–         Förderung der Verwendung von Regiosaatgut
–         Betreuung produktionsintegrierter Kompensationsmaßnahmen
–         Kooperationen mit verschiedenen Akteuren bei der Gewinnung von Projektflächen

Wie immer gibt es bei dem anschließenden „kleinen Kaffee“ die Gelegenheit zur Diskussion und weiteren fachlichen Gesprächen. Außerdem sollen die Exkur­sionsziele und -termine für den Sommer 2016 festgelegt werden.

Veranstaltungsort:
Umweltzentrum Hülser Bruch, Talring 45, 47802 Krefeld

Anfahrt:
Unter der Adresse www.umweltzentrum-krefeld.de ist die Anfahrt mit Skizze abrufbar.

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