Sommerprogramm 2017

Frühlingsblüher und kalkliebende Farne im östlichen Neandertal (NSG) zwischen Erkrath und Haan

Samstag, 01.04.2017, 14.00 Uhr

Leitung: Dr. Regina Thebud-Lassak, Dipl.-Biol. Klaus Adolphy

Unsere knapp 4 km lange Exkursionsstrecke beginnt ca. 2 km Luftlinie entfernt vom Fundort des Neandertalers im östlichen Teil des ersten deutschen Natur­schutzgebiets (1921 als NSG festgesetzt). Das anstehende devonische Kalkge­stein wurde seit dem 16. Jhdt. in kleinem Maßstab für die bäuerliche Kalkbren­nerei und seit dem 19. Jhdt. bis 1945 im industriellen Maßstab abgebaut. Zeuge des ersteren ist ein restaurierter ehemaliger Kalkofen entlang der Strecke.
Das Gebiet ist reich an Frühlingsblühern: Neben den weit verbreiteten Arten Weißes Buschwindröschen, Scharbockskraut und Moschuskraut gedeiht hier der Gefingerte Lerchensporn – an einem seit 1898 bekannten Standort zu Tau­senden – sowie Goldstern (Gagea lutea) , Grüne Nieswurz (Helleborus viridis), Hohe Schlüsselblume (Primula elatior) und Gegen- sowie Wechselblättriges Milzkraut (Chrysosplenium alternifolium und oppositifolium). Mit Glück ent­decken wir auf Weißen Buschwindröschen schmarotzend den Anemonen­becherling (Dumontinia tuberosa), einen Schlauchpilz.
Im zeitigen Frühjahr vor dem Blattaustrieb der Gehölze können wir die immergrünen Farne besonders gut beobachten. Das Neandertal ist im nörd­lichen Rheinland der bedeutendste Wuchsort des Hirschzungen-Farns (Asple­nium scolopendrium), der sich seit einigen Jahren entlang der Bachtäler wieder ausbreitet. Weitere hier vorkommende kalkliebende Farne sind der Dornige Schildfarn (Polystichum aculeatum) und mit Glück der Grannen-Schildfarn (Polystichum setiferum).

Treffpunkt:
Erkrath, Wanderparkplatz Winkelsmühler Weg. Ins Navi oder in Internet-Routenplaner als Adresse eingeben: Hitzberg, 40669 Erkrath. Der Parkplatz liegt auf der rechten Seite des Winkelsmühler Wegs, kurz bevor der Weg links zum Hof Hitzberg abgeht.

Anfahrt:
Über A46 oder A3 bis Autobahnkreuz Hilden – A 46 Richtung Wuppertal bis Ausfahrt 29 Haan-West – auf Flurstraße Richtung Haan-West, Hochdahl, Haan – weiter auf Flurstraße Richtung Erkrath, Hochdahl – links auf Haaner Str. – in Millrath rechts abbiegen auf Gruitener Str. – nach Ortsausfahrt Millrath scharf links auf Winkelsmühler Weg – Bahnlinie unterqueren – nach knapp 200 m rechts auf Wanderparkplatz.

 

Wälder und Gehölzstreifen in Kempen-Tönisberg
(TK 25 Blatt Kerken 4504-44)

Samstag, 22.04.2017, 14.00 Uhr

Leitung: Dipl. Ing. Monika Deventer

Die Exkursion dient der Erkundung der Gehölzbestände im Umfeld der stillge­legten Schachtanlage Niederberg 4. Das nicht zugängliche Zechendenkmal und markante Hohlwege liegen auf dem Schaephuysener Höhenzug (Endmoräne) mit trockenen Böden; an dessen Seiten prägen feuchtere Standorte die Vege­tation und lassen Frühjahrsblüher (z.B. Hohe Schlüsselblume, Buschwind­röschen) in den Waldrelikten erwarten. Mehrere Kilometer Fußmarsch!

Treffpunkt:
PKW-Parkspur auf der Westseite der L 478 (Schaephuysener Straße) gegenüber der Einfahrt zum Sportlerheim des VfL Tönisberg (möglichst die Einfahrt von Norden benutzen)

Anfahrt:
Von Norden ab A 40 AS Kerken, Richtung Krefeld (Süden), über die B 9 bis zur nächsten Ampelkreuzung, dort nach Tönisberg (links / Osten) abbiegen – in Tönisberg in Richtung Schaephuysen (links / Norden) auf die L 478 abbiegen, den Ort passieren und am Ortsausgang (Straßengabelung / Supermarkt) der L 478 nach links (Norden) folgen – noch ca. 350 m bis zum Treffpunkt.
Von Süden über die B 9 (Klever Straße), in Vinnbrück auf die L 478 (Richtung Tönisberg) abbiegen, den Ort passieren und am Ortsausgang (Straßengabelung / Supermarkt) der L 478 nach links (Norden) folgen – noch ca. 350 m bis zum Treffpunkt.

 

Feuchtwälder am Fuß der Stauchmoräne bei Schloß Moyland

Samstag, 13.05.2017, 14.00 Uhr

Leitung: Dipl. Biol. Norbert Neikes

Das Ziel wurde schon mehrfach bei Exkursionen von uns besucht, zuletzt am 25.5.96. Es sollen vor allem auch die gefährdeten Pflanzen punktscharf erfasst und quantifiziert werden, insbesondere die Schlangenwurz (Calla palustris) kommt hier noch in zwei Quadranten vor (TK 4203-14 und 4203-32).

Treffpunkt:
Eingang vom großen Parkplatz bei Schloß Moyland

Anfahrt:
AB 57, Abfahrt Goch, B 67 bis Kalkar, über B 57 Richtung Moyland (Kalkarer Straße); zwischen Kalkar und Bedburg-Hau im Kreisverkehr rechts in die Moyländer Allee bis der Parkplatz liegt dann nach 150m auf der linken Seite.
Navigation: Moyländer Allee 20, 47551 Bedburg-Hau

 

Artenreiche Wiesenvegetation auf den Rheindeichen im Monheimer Rhein­bogen

Samstag, 20.05.2017, 14.00 Uhr

Leitung: Dr. Regina Thebud-Lassak

Gemeinschaftsexkursion mit dem Bochumer Botanischen Verein

Auf unserer knapp 3 km langen Exkursionsstrecke erwarten uns artenreiche Stromtalwiesen mit zahlreichen Rote-Liste-Arten wie Salvia pratensis, Helictotri­chon pubescens, Rhinanthus minor, Rhinanthus alectorolophus, Thalictrum minus ssp. pratense, Geranium pratense. Auf dem alten Rheindeich wurde 2014 ein Koeleria-Massenbestand aus der K. pyramidata-Gruppe gefunden, der nach Expertenansicht sowohl Merkmale von K. pyramidata als auch K. micrantha auf­wies und diesmal genauer untersucht werden sollte.
Zwischen 2000 und 2002 wurde zur Verbesserung des Hochwasserschutzes der alte Rheindeich in Monheim zurückverlegt, somit ein Rückhaltebecken für Rheinhochwasser geschaffen und ein neuer höherer Deich näher an der Stadt errichtet. Auch die Wiesen an diesem 2002 eröffneten Rheindeich sind interes­sant, weil hier stellenweise Grasflächen des alten Deichs bzw. Heudrusch aus nahegelegenen Naturschutzgebieten aufgebracht wurde und sich 15 Jahre spä­ter eine Untersuchung lohnt, welche der wertvollen heimischen Wiesenpflanzen hier wieder gut gedeihen.

Treffpunkt:
Monheim, Parkplatz Restaurant und Rheinterrasse Gut Blee. Ins Navi oder in Internet-Routenplaner als Adresse eingeben: Heilerberg, 40789 Monheim. Es wurde mit dem Restaurant geklärt, daß wir unsere PKWs für die Exkursionsdauer dort abstellen können, da erwartungsgemäß im Anschluss Appetit auf Eis und Kaltgetränke vorhanden sein dürfte.

Anfahrt:
Über A59 oder A542 (von A3) bis AK 26 Monheim-Süd –
Abfahrt auf Langenfelder Str. Richtung Hitdorf – erste Ausfahrt aus Kreisverkehr ausfahren auf Fahnenacker – Ortseinfahrt Monheim am Rhein, weiter auf Alfred-Nobel-Str. – in Monheim halblinks abbiegen auf Heilerberg.

 

Erftrenaturierung bei Bergheim-Kenten

Samstag, 10.06.2017, 14.00 Uhr

Leitung: Karl Wittmer

Wir haben vor, den renaturierten Abschnitt der Erft botanisch zu untersuchen, der uns am 04.02.2017 im Rahmen unseres Winterprogramms im Vortrag von Herrn Dr. Gattke vorgestellt wurde. Dieser Abschnitt wird als beispielhaftes Vor­bild für weitere in der Zukunft zu renaturierende Abschnitte im Unterlauf der Erft angesehen. Anhand der Vortragsunterlagen von Herrn Dr. Gattke werden wir u.a. die von ihm beschriebenen Standorte aufsuchen.

Treffpunkt:
Bergheim-Kenten, Industriegebiet Am Sodagraben, (Parkplatz „Florifee-Gartencenter“ / Netto)

Anfahrt:
A 61, Abfahrt Bergheim-Süd, auf die K22 Richtung Bergheim, die Erft überqueren, an der nächsten großen Kreuzung links in die Leipziger Straße, dann rechts in die Straße „Am Sodagraben“, nach ein paar Metern liegt rechts der Parkplatz.

 

NSG „Schwarze Brücke“ bei Neuss-Kapellen / Gilverath

Samstag, 26.08.2017, 14.00 Uhr

Leitung: Karl Wittmer

Das NSG „ Schwarze Brücke“ dient zur Erhaltung von zwei Erft-Altarmen mit an­grenzenden Wald- und Wiesenflächen und zur Wiederherstellung einer natur­nahen Lebensstätte für Lebensgemeinschaften der Altarme. Die 1,5 bis 2 km breite Aue der Erft wird, soweit sie unbesiedelt geblieben ist, vorwiegend von Pappelforsten eingenommen, daneben gibt es auch Weide-Grünland und einige Äcker. Der Wasserstand der durch Kraftwerke aufgeheizten Erft wird durch den Braunkohlebergbau künstlich reguliert. Der Fluss ist weitgehend begradigt. Bei Kapellen fallen zwei Erft-Altarme auf, die von Hybrid-Pappelforsten und Fett­weiden umgeben sind. Der nördliche Altarm ist zeitweilig ausgetrocknet, an mehreren Stellen finden sich Schilfröhrichtarten, an den Rändern stehen zum Teil stelzwurzelige, mehrstämmige Erlen, begleitet von Weißdorn und Holunder. Der südliche Altarm weist örtlich eine Unterwasser- und Schwimmblattvegeta­tion auf. Der Pappelbestand zwischen den Altarmen wurde zum Teil gefällt, die Verjüngungsfläche mit Laubhölzern aufgeforstet.

Treffpunkt:
Grevenboich-Kapellen, Gilverather Straße / Ecke Ermlandstraße (bitte einen Parkplatz am Straßenrand im Wohngebiet aufsuchen)

Anfahrt:
Von Neuss kommend: A 46 (Richtung Aachen), Abfahrt Grevenbroich-Kapellen, links unter der AB hindurch, der L 361 weiter folgen (ca. 1 km bis zur Haarnadelkurve). Am Ende der Haarnadelkurve nach links Ri. Kapellen. In Kapellen die 1. Möglichkeit links
(= Ermlandstraße). Die Ermlandstraße mündet nach ca. 200 m in die Gilverather Straße.

 

Rheinufer bei Meerbusch-Büderich

Samstag, 16.09.2017, 14.00 Uhr

Leitung: Dr. Ludger Rothschuh

Vegetation am Rheinufer und in den Rheinwiesen

Treffpunkt:
Parkplatz Modellflugplatz am Apelter Weg

Anfahrt:
A 44, Abfahrt Lank-Lathum / Meerbusch-Strümp, auf B 222 in Richtung Strümp-Büderich. Über Xantener Straße, Moerser Straße Fahrtrichtung geradeaus bis Ecke Kirche in Büderich. Links in die Dorfstraße, über die Bahnschienen direkt links in den Apelter Weg bis Modellflugplatz.

 

Pilzexkursion
Naturschutzgebiet „Venloer Heide“ in Nettetal-Leuth (TK 25 Blatt Nettetal 4603-14/22)
oder
Naturschutzgebiet „Heronger Buschberge“ (KLE) bzw. Naturschutzgebiet „Krickenbecker Seen – Kleiner De Witt-See“ (VIE)

Samstag, 28.10.2017, 14.00 Uhr

Leitung: Dipl.-Ing. Monika Deventer / Dipl.-Biol. Norbert Neikes und Dipl.-Ing. Karl Wehr

Diese Exkursion wird gemeinsam mit der AG Pilzkunde Niederrhein angeboten.

Die Pilzartenerfassung im Oktober 2016 in der Venloer Heide erbrachte witte­rungsbedingt nicht den erhofften Artenreichtum – nur 62 Arten wurden gefunden, darunter 49 Neufunde für die nunmehr 141 Arten umfassende Gesamtliste – zum Vergleich: Groote Heide“ (Nachbargebiet) mit über 350 Arten. Deshalb besteht 2017 die Option, weitere Gebietsteile der Venloer Heide zu untersuchen (alternativ in einem späteren Jahr).
Von der Venloer Heide aus kann in das Naturschutzgebiet „Krickenbecker Seen – Kleiner De Witt-See“ gewechselt werden (östlich der B 221) – Teilgebiet mit vorherrschendem Wald.
Weiter nordöstlich schließt sich das wald- und strukturreiche Naturschutzgebiet „Heronger Buschberge“ an.

Über das konkrete Ziel wird definitiv im Oktober entschieden. Wenn Norbert Neikes Zeit für die Führung hat, geht es vom unten bezeichneten Treffpunkt aus in die Heronger Buschberge, Teilgebiet Wankumer Heide.

Treffpunkt:
Parkplatz westlich „Tor 9“, Nettetal-Leuth

Anfahrt:
Von Norden: A 40, Anschlussstelle Herongen, auf der B 221 (Leuther Landstraße) nach Süden (Richtung Nettetal…) fahren bis zur ca. 4,2 km entfernten Ampelkreuzung Schloss Krickenbeck / Tor 9. Dort nach Westen (rechts) abbiegen, an der nächsten Waldweg-Kreuzung nach links abbiegen – auf dem Wanderparkplatz am Wegrand (Heerstraße) parken.
Von Süden auf der B 221 (Geldrische Straße) nördlich Leuth kommend an der Ampelkreuzung Schloss Krickenbeck / Tor 9 nach Westen (links = Tor 9) abbiegen bis man nach ca. 100 m den o.g. Wegrandparkplatz (Heerstraße) erreicht.